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Sicher fühlen mit hochsensiblem Nervensystem


Warum innere Sicherheit der Schlüssel zu echter Entlastung ist

 

Als hochsensible Person kennst du sehr wahrscheinlich diese Sehnsucht nach:

– mehr innerer Ruhe & Kapazität

– weniger Grübeln

– emotionaler Stabilität

– klaren Grenzen & Abgrenzung

– echter Entspannung

– dem Gefühl, einfach bei dir sein zu dürfen



Vielleicht hast du schon vieles ausprobiert. Noch mehr Reflexion (in uns selbst analysieren sind wir schließlich Meister), „es braucht nur eine gute Struktur“ (gerade zu Neujahr?), Selbstoptimierung, Rückzug zum Auftanken, Achtsamkeit, Tools- & Praktiken... Und trotzdem hält nichts davon wirklich lang an, trotzdem bleibt da diese Grundanspannung, dieses subtile innere Wachsein, dieses Gefühl, nie wirklich da rauszukommen. Zumindest nicht dauerhaft, wenngleich deine Seele danach lechzt und dein Verstand noch so gewillt ist, dies diesmal aber wirklich umzusetzen.

 

Und innerlich kennst du die Frage, die aus diesen unendlichen Anläufen resultiert:

„Was mache ich nur falsch?“

 

Vielleicht ist die Antwort nicht, dass du etwas falsch machst.

Vielleicht hast du nur dein Nervensystem noch nicht wirklich mitgenommen.

 



Warum ein stark reagierendes Nervensystem mehr Sicherheit braucht

Hochsensibilität bedeutet ein sehr sensibel empfängliches, hoch aktives und schnell reagierendes Nervensystem. Feine Antennen, die ständig abscannen. Du nimmst mehr wahr, verarbeitest intensiver, denkst vielschichtig. Das ist eine besondere Form von Wahrnehmungsfähigkeit und Reizverarbeitung.


Aber genau diese (Reiz-)Offenheit kann dich schnell ausbrennen, wenn sie ohne Fundament aktiv ist, ohne sicheren Boden.


Ohne Sicherheit bleibt dein System in erhöhter Wachsamkeit. Dann läuft im Hintergrund ein Dauer-Scan: Habe ich an alles gedacht? Ist jemand sauer? Bin ich in Gefahr? Muss ich reagieren? Kommt gleich etwas?


Das ist kein Persönlichkeitsfehler. Es ist Biologie. Auch bekannt unter dem Begriff Neurozeption. Und ja - so anstrengend wie es sich liest, ist es auch für unser System, es zieht Energie!

Ein stark hoch reaktives Nervensystem braucht deshalb das Erleben von echter Sicherheit – denn das gibt Energie. Was es nicht braucht, ist noch mehr Anstrengung und Selbstdisziplin a la „reiß dich zusammen“, denn das nimmt zusätzlich Energie.

Mit noch mehr Druck geht schon mal garnix, wenn wir eigentlichen Entspannung wollen!


Was „sicher fühlen“ wirklich bedeutet


Sicherheit ist kein Gedanke. Kein positives Mindset. Kein leerer Kalender. Und auch kein Dauer-Happy-Zustand.

Sicherheit ist ein Körperzustand.

Es ist der Moment, in dem dein System merkt:


-        Ich muss mich gerade nicht schützen.

-        Nicht kämpfen.

-        Nicht erklären.

-        Nicht leisten.

-        Nicht vorbereitet sein.


Ich darf gerade einfach so sein wie ich bin und es ist okay.


Und daraufhin leitet dein System entsprechende Körperempfindungen ein, wie die Aktivierung des Präfrontalen Cortex, der Brainfog verschwindet und du kannst wieder klar denken, deine Atmung vertieft sich, dein Muskeltonus wird weicher, Herzfrequenz / Puls verlangsamen sich, Leichtigkeit und Zuversicht haben wieder Platz, dein Herz bekommt wieder Raum.



Innere Sicherheit zeigt sich nicht in Performance.

Sie zeigt sich darin, ob du in dir bleiben kannst, auch wenn es herausfordernd wird. Ob du fühlen kannst, ohne dich zu verlieren. Ob du Grenzen spürst, bevor du sie überschreitest. Ob du ruhen kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Das ist etwas anderes als der Funktions-Modus, in dem viele von uns stecken. Man kann sehr wohl kompetent, reflektiert und leistungsfähig sein und sich innerlich trotzdem nie ganz sicher fühlen.

 

Vielleicht geht es nicht darum, weniger zu fühlen: sondern dich selbst besser zu halten.


Viele Hochsensible glauben insgeheim, sie müssten robuster werden. Weniger empfindlich. Weniger betroffen. Weniger tief. Nicht selten, weil uns ja genau das auch vom Umfeld allzu oft eingeredet und suggeriert wird.


Aber vielleicht geht es in Wirklichkeit darum, dich sicher genug zu fühlen, um zu fühlen.

 

Sensibilität wird erst dann zur Belastung, wenn sie in einem unsicheren System stattfindet. Dann fühlt sie sich unangenehm vulnerabel an, dysfunktional und ohne Vorhersagbarkeit. In einem sicheren System hingegen wird sie zu Intuition, Tiefe, Qualität und Verbindung. Denn sie ist ein Verstärker von dem, was ist.

 

Wir halten also fest:

Nicht deine Intensität / Sensibilität / feine Wahrnehmung ist das Problem. Sondern der fehlende sichere Boden darunter.


Wie innere Sicherheit wächst

Sicherheit entsteht nicht durch große Schritte, sondern durch kleine Momente, in denen du mit dir gehst.Wo dein System wieder spüren darf: Ich komme zurück. Ich darf langsamer werden. Ich darf fühlen, ohne unterzugehen. Ich darf Grenzen setzen. Ich bin nicht hier, um mich zu übergehen – ich bin hier, um mich zu bewohnen. Also nimm dein Nervensystem an die Hand.


Kein stoisches „Durchziehen“ und Pushen von einer bestimmten Technik. Echte Pausen, ein kleiner Reset zwischendurch.



Es sind unspektakuläre Dinge die unser parasympathisches Nervensystem, welches für Erholung steht, aktivieren können: ein bewusster Atemzug (mehr aus als ein), ein Moment der Orientierung im Raum, ein Blick in die Ferne mit frischer Luft auf der Stirn, eine Hand auf Brust oder Bauch, eine kurze Micro-Break, oder ein regulierender Kontakt über den Körper: ausschütteln, barfuß gehen, kaltes Wasser über die Unterarme, dich sachte abklopfen, selbst umarmen und halten.

So gibt unser Körper durch erlebte Handlung das Signal nach oben ab: „Ich bin getragen, es scheint hier sicher zu sein.“  Und genau so darf dein Kopf nach unten das entlastende Signal geben, durch Verständnis wie das Ganze funktioniert: „Ist okay, ich halte den inneren Rahmen, wir brauchen nicht noch mehr Druck, nimm dir Zeit“.


 

Und vielleicht nimmst du dich beim nächsten Versuch nicht als Hindernis mit, sondern als Ausgangspunkt. Nicht gegen dich. Sondern mit dir. Hand in Hand.


Ich wünsche gutes Landen bei und in dir!

Alles Liebe, Jessy

 
 
 

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